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Der April 2026 markiert einen Wendepunkt in der deutschen Automobilgeschichte: Zum ersten Mal überholen reine Elektroautos den Benziner bei den monatlichen Neuzulassungen. 64.350 neue E-Autos stehen 53.420 Benzinern gegenüber – ein Vorsprung von fast 11.000 Fahrzeugen. Was lange als Zukunftsszenario galt, ist jetzt Gegenwart.
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Die Zahlen sprechen eine klare Sprache
Im April wurden in Deutschland 249.163 Personenkraftwagen neu zugelassen. Elektro-Pkw kamen auf 64.350 Neuzulassungen (+41,3%) und einen Anteil von 25,8 Prozent. Benziner gingen mit 53.420 Neuzulassungen um 20 Prozent zurück, ihr Anteil betrug nur noch 21,4 Prozent. Der Anteil der Diesel-Pkw lag mit 32.437 Fahrzeugen nach einem Minus von 13,8 Prozent bei 13,0 Prozent.
Noch beeindruckender: Der durchschnittliche CO₂-Ausstoß der Pkw-Neuzulassungen fiel erstmals unter 100 Gramm pro Kilometer auf 97,6 g/km (−10,7%).
Der Trend über drei Monate:
| Monat | E-Auto Neuzulassungen | Wachstum | Marktanteil |
|---|---|---|---|
| Februar 2026 | 46.275 | +28,7% | 21,9% |
| März 2026 | 70.663 | +66,2% | 24,0% |
| April 2026 | 64.350 | +41,3% | 25,8% |
Drei Monate in Folge über 20 Prozent Marktanteil – das ist kein Ausreißer, sondern ein nachhaltiger Trend.
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Top 10 der meistverkauften E-Autos April 2026
Der Škoda Elroq führt das BEV-Ranking der ersten vier Monate 2026 klar an und liegt mit 13.740 Verkäufen vor dem VW ID.3 und dem Tesla Model Y. Auffällig stark ist der Volkswagen-Konzern: Mit Škoda Elroq, VW ID.3, VW ID.7, Škoda Enyaq, VW ID.4/ID.5, Seat Born und Seat Tavascan stammen gleich sieben der Top-13-Modelle aus dem Konzernumfeld.
Im April lag der VW ID.3 auf Position 1 und löste damit das Tesla Model Y von der ersten Position ab, das es im April nur auf Platz 8 schaffte.
Bemerkenswert auch die Entwicklung bei den Chinesen: BYD schnitt mit 4.705 neuen Fahrzeugen und einer Verdreifachung im Vorjahresvergleich besser ab als Tesla. Leapmotor steigerte den Absatz um 331,5 Prozent auf 1.355 Fahrzeuge.
Benziner und Diesel auf dem Rückzug
Die Kehrseite des E-Auto-Booms: Verbrenner verlieren massiv. Mit jedem Monat, in dem der Benziner Anteile verliert, steigt das Restwertrisiko für Verbrenner-Bestände. Für Unternehmen mit gemischten Fuhrparks wird die Frage spitzer: Verbrenner-Leasingverträge, die 2026 und 2027 auslaufen, treffen auf sinkende Restwerte.
Der Diesel ist in Europa ohnehin schon fast Geschichte: EU-weit betrug der Diesel-Anteil in Q1/2026 nur noch 7,7 Prozent. Deutschland ist mit 13 Prozent noch ein Ausreißer – aber auch hier geht der Trend klar nach unten.
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Was bedeutet das für die Ladeinfrastruktur?
Mit 223.980 E-Auto-Neuzulassungen allein in den ersten vier Monaten 2026 wächst der Bedarf an Ladeinfrastruktur rasant. Drei Entwicklungen sind besonders relevant:
1. Private Zulassungen holen auf
Der private Anteil legte um 8,2 Prozent zu und erreichte 35,4 Prozent. Immer mehr Privatpersonen steigen auf Elektro um – befeuert durch die neue E-Auto-Förderung (seit 19. Mai beantragbar). Das bedeutet: Mehr Wallbox-Bedarf auch im privaten Bereich, besonders in Mehrfamilienhäusern.
2. Günstigere Modelle treiben den Markt
Mit Hyundai Inster und Citroën ë-C3 schaffen erstmals günstige Einstiegsmodelle die Top 20. Eine neue, preisbewusste Käuferschicht entsteht – und auch diese Käufer brauchen Lademöglichkeiten zu Hause und am Arbeitsplatz.
3. Zwei Förderprogramme ziehen gleichzeitig
Die neue E-Auto-Kaufprämie (bis zu 6.000 Euro) und die Wallbox-Förderung für Mehrparteienhäuser (500 Mio. Euro) laufen parallel. Für das E-Handwerk ergibt sich daraus eine klare Botschaft: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Kapazitäten und Kompetenzen aufzubauen.
Was bedeutet das für die Ladeinfrastruktur?
Mehr geförderte E-Autos bedeuten direkt mehr Wallbox-Bedarf. Die Förderung ist bewusst auf untere und mittlere Einkommensgruppen ausgerichtet – also auf eine Käuferschicht, die oft in Mehrfamilienhäusern wohnt und auf öffentliche oder gemeinschaftliche Ladeinfrastruktur angewiesen ist.
Für das E-Handwerk kommen hier zwei Förderprogramme zusammen: Die E-Auto-Förderung treibt die Nachfrage, die neue BMV-Wallbox-Förderung für Mehrparteienhäuser (500 Mio. Euro, Anträge seit 15. April) schafft die Lademöglichkeit. Wer als Elektrofachbetrieb jetzt präsent ist, profitiert doppelt.
Fazit
Der April 2026 ist historisch: Erstmals überholen E-Autos den Benziner bei den Neuzulassungen in Deutschland. Mit 25,8 Prozent Marktanteil, einem CO₂-Schnitt unter 100 g/km und 223.980 neuen E-Autos in nur vier Monaten ist die Elektromobilität endgültig im Massenmarkt angekommen. Für das E-Handwerk gilt: Die Nachfrage nach Ladeinfrastruktur wird weiter steigen – und zwar breiter und vielfältiger als je zuvor.
Quellen:
- Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), GoingElectric.de, ADAC, ecomento.de, electricar-magazin.de, basicthinking.de